# 053 Du hast Vorurteile!? Nein? Du natürlich nicht!

Du hast Vorurteile!?

Ja ich weiß, DU hast natürlich keine Vorurteile. Oder doch?
Momentan ist die Rassismus Debatte voll im Gange und daher habe ich mir in den letzten Tagen viele Gedanken um das Thema Vorurteile gemacht.
Ich glaube, jeder Mensch hat Vorurteile, oftmals ohne sich dessen bewusst zu sein. Das ist auch ganz normal. Du willst es vielleicht nicht zugeben und dennoch gibt es sicher genug Gelegenheiten jemanden oder etwas, das dir begegnet in die Schublade zu stecken.

Ich selbst nehme mich da gar nicht aus.
Ich hatte zum Beispiel bis letztes Jahr extreme Vorurteile gegen Multilevelmarketing, networking oder wenn du so willst Empfehlungsmarketing.
Obwohl ich im Vertrieb meine Selbstständigkeit begonnen habe, hatte ich nie Erfahrungen mit Networking gemacht. Ich bin mal kurze Zeit bei einer Firma für Nahrungsmittelergänzung dabei gewesen. Im Grunde nur deswegen, weil mir jemand die Produkte empfohlen hat. Überzeugt von der Firma war ich nie und ich habe mir auch nicht die Mühe gemacht näher hinzusehen.
So war ich kein einziges Mal bei einer Veranstaltung und habe auch keine Schulung mitgemacht.
Von Anfang an war ich sehr halbherzig dabei.
Nach kurzer Zeit waren meine Schränke voll, weil ich soviel nicht verbraucht habe, wie ich im monatlichen Abo beziehen musste.

Wenn mir danach ein Angebot gemacht wurde, kamen natürlich sämtliche Vorurteile hoch:

  • Die Produkte sind überteuert.
  • Man muss Produkte kaufen, auch wenn man sie nicht benötigt.
  • Nur die Führungskräfte, die von Anfang an dabei sind, verdienen wirklich Geld
  • Man muss Anderen etwas aufquatschen, was sie nicht brauchen
  • Du musst froh sein, wenn du soviel verdienst, dass du dein Abo bezahlen kannst.
  • Außerdem verliert man alle Freunde, weil du ihnen was verkaufen willst
  • Die Menschen hören frustriert irgendwann auf, weil sie keinen Erfolg habenIch hatte also in meinem Gehirn viele Glaubenssätze mit dem Titel
    Networking ist nichts für mich, abgespeichert.Solche Vorurteile oder Glaubenssätze haben die meisten Menschen. Es will nur kaum einer zugeben. Automatisch ordnen und bewerten wir die Informationen die wir bekommen.
    Das benötigen wir sogar – wie Evolutionsforscher erkannt haben, damit wir schneller wissen, wie wir auf Situationen, Dinge und Menschen reagieren müssen.
    Grundsätzlich sind also Vorurteile nicht unbedingt schlecht – sie schützen uns manchmal sogar vor voreiligen, unbedachten Entscheidungen.

Da ich als Person sehr polarisiere, bin ich selbst auch ständig Vorurteilen ausgesetzt.
Das beginnt mit meinem Äußeren.
Früher war es noch viel schlimmer als heute – frage dich einfach mal selbst, wie du denkst wenn du einer extrem dicken Person begegnest.

  • Sie ernährt sich nicht richtig
  • Faul und gefräßig
  • Wie kann sich ein Mensch nur so gehen lassen?

Das sind vermutlich noch die harmlosesten Gedanken.

Warum haben wir solche Vorurteile?

Mit Sicherheit hast du einen oder mehrere Menschen erlebt, die zuviel oder das Falsche essen und deswegen übergewichtig sind. Oder du selbst nimmst sofort zu, wenn du dich nicht an deinen Ernährungsplan hältst.

Automatisch denkst du, wenn das auf diese Person (oder auf dich) zutrifft, dann ist das bei allen Menschen so.

Du schließt von einigen wenigen auf alle. Wenn du nun noch mehrere andere Personen kennen lernst, auf die deine Vorurteile zutreffen, werden diese noch bestätigt und bleiben in deinem Gedächtnis. Die vielen anderen Dinge, die gegen deine Vorurteile sprechen, bemerkst du dann gar nicht mehr.
Du hast dein Urteil schon gefällt. Damit steckst du Menschen in eine Schublade ohne zu hinterfragen, ob es tatsächlich so ist wie du denkst.

 

Wie habe ich meine Vorurteile abgebaut und wie kannst du das auch machen?

  1. Als ich im letzten Jahr einen Networkfirma kennengelernt habe, sind natürlich alle Urteile wieder hochgekommen. Ich habe mir überlegt, wie diese Urteile zustande gekommen sind. Habe ich selbst diese Erfahrungen gemacht? Wieviele meiner Vorurteile habe ich aus meinem Umfeld übernommen?
  2. Ich habe mir das erste Mal die Mühe gemacht und mit Menschen gesprochen die Networking machen und auch erfolgreich damit sind. Dabei habe ich erkannt, dass meine Vorstellungen total falsch waren. Klar sprechen die Menschen die keinen Erfolg haben oftmals negativ, denn sonst müssten sie zugeben, dass sie selbst nie richtig begonnen haben. So wie ich damals auch nicht wirklich begonnen habe. Ich habe mich also ausgetauscht und Informationen eingeholt
  3. Mir ist bewusst geworden, dass ich selbst auch schon oft Opfer von Vorurteilen wurde. Hatten diese Menschen mit ihrem Urteil über mich Recht? Nein und ich möchte nicht dass jemand vorschnell über mich urteilt. Also sollte ich mir auch nicht erlauben ein Urteil über Andere zu fällen. Ich habe beschlossen, mir selbst ein Bild zu machen. Und nach einem Jahr im Network kann ich sagen – keines meiner Vorurteile hat sich als richtig erwiesen. Im Gegenteil, umso länger ich dabei bin, desto begeisterter bin ich.

 

Wie kannst du deine Vorurteile in 3 Schritten abbauen?

Das Vorurteil gehen Menschen gegenüber Network ist sehr verbreitet und daher nehme ich das mal Beispiel.
„Networker verdienen nichts und wollen dir nur teure Produkte andrehen, die du nicht brauchst.“

Hand auf Herz. Hast du so etwas ähnliches schon mal gedacht?

Du kannst diese Einstellung hinterfragen oder auf seine Gültigkeit überprüfen indem du schriftlich ein Gespräch mit dir selbst führst.

Schritt 1: Hinterfrage deine Einstellung.

Beispiel: Networker verdienen nichts und wollen dir nur teure Produkte andrehen, die du nicht brauchst.

  1. Wieviel Networker kenne ich?
    Antwort: 3-4
  2. Wieviele Networker gibt es?
    Antwort: vermutlich viele Millionen

Schlussfolgerung:  Nur weil du bei 3-4 Networker erlebt hast, schliesst du auf die anderen Millionen. Ist das realistisch, logisch und fair?

Natürlich nicht. Es ist ein Vorurteil

Hinterfrage deine Vorurteile mit Fragen wie:

  • Wie viele Menschen kenne ich, die …?
  • Wie viele Menschen kenne ich, die nicht …?
  • Sind wirklich alle Menschen …?
  • Gibt es auch Gegenbeispiele dafür, dass …?

Schritt 2: Prüfe die Glaubwürdigkeit der Quellen

Beispiel: Networker verdienen nichts und wollen dir nur teure Produkte andrehen, die du nicht brauchst..

Frage: Von wem weiß ich eigentlich noch, dass Networker nichts verdienen?

Antwort: Meine Freundin hat mal von einer Kollegin erzählt, die in ein Network eingestiegen ist. Sie hat Produkte eingekauft, aber nichts damit verdient. Sie ist meiner Freundin ziemlich auf die Nerven gegangen, weil sie ihr immer wieder was verkaufen wollte.

Frage: Und wie viele Networker kennt deine Freundin noch? Ich meine, kann sie wirklich wissen, warum die Kollegin gescheitert ist? Kennt sie noch mehr Menschen aus dem gleichen Network oder hat sie von ihrer Kollegin auf alle anderen geschlossen. Ist es bei ihr ein Vorurteil, das du übernommen hast?

Antwort: Wahrscheinlich kennt sie keine anderen Networker. Nein, sie konnte es wahrscheinlich auch nicht wissen.

Frage: Und wo hast du das Vorurteil gegen Network noch her?

Antwort: Das hört man doch immer wieder im Bekanntenkreis oder liest es im Internet. Auch im Fernsehen kamen schon Berichte über diverse Networks.

Frage: Und wie glaubwürdig sind diese Quellen? Kommt es bei diesen Quellen darauf an, die Wahrheit zu zeigen oder Storys zu verbreiten, die die Leute unterhalten und in dem, was sie denken, zu bestärken (Stichwort: Populismus)?

B: Ja, du hast recht. Die Medien bedienen in den meisten Fällen auch nur die gängigen Klischees.

Sie zeigen oft nur die Seite, die die Leute sehen wollen. Um sich daraus eine realistische Meinung zu bilden, sind sie wahrscheinlich nicht geeignet. Also auch die Medien sind kein Beweis für diese Einstellung.

 

Überprüfe die Glaubwürdigkeit deiner Quellen mit folgenden Fragen:

  • Woher habe ich den Gedanken, dass …?
  • Wie kommt diese Person darauf, dass …?
  • Kann es sein, dass er/sie das nur behauptet, weil …?
  • Wie glaubwürdig ist die Quelle …?
  • Gibt es stichhaltige Beweise, dass …?

 

Schritt 3: Prüfe, welchen Einfluss die Einstellung auf dein Leben hat

Im nächsten Schritt schaust du dir an, wie dein Vorurteil eine Einstellung beeinflusst.
Wie reagierst und handelst du aus Gewohnheit (bewusst und unbewusst) durch diese urteilende Einstellung?

Beispiel: Networker verdienen nichts und wollen dir nur teure Produkte andrehen, die du nicht brauchst..

Frage:  Welchen Einfluss hat die Einstellung, dass Networking nichts für dich ist, auf dein Leben, im speziellen dein Einkommen, Deinen Erfolg? Macht dich diese Einstellung glücklich? Hilft dir diese Einstellung in deinem Leben?

Antwort: Wenn ich es mir genau überlege, dann hat es die folgenden Auswirkungen:

  • Ich verachte und lehne Network ab. Es gibt mir Bestätigung, da mir Geld nicht so wichtig ist.
  • Ich bin ein integrer Mensch und lasse mich nicht von Geld und Erfolg manipulieren.
    (Achtung! Hier habe ich noch Glaubenssätze gefunden: Geld ist nicht wichtig. Geld und >erfolg manipulieren.)
  • Das hat natürlich zur Folge, dass ich bewusst und unbewusst alles ablehne, was mit Network zu tun hat.
  • Und das hat zur Folge, dass ich kein Passives Einkommen habe.Finanzielle Schwierigkeiten sind mir nicht fremd und ich mache mir oft wegen Geld Sorgen.
  • Ich kann mir vieles nicht leisten, was ich gerne hätte.
  • Ich würde beruflich gerne umsatteln, aber ich traue mich nicht in ein Network einzusteigen aus Angst, dass ich keinen Erfolg habe.
  • Ich glaube, es gibt noch ganz, ganz viele negative Auswirkungen …

Prüfe den Einfluss deiner Vorurteile mit folgenden Fragen:

  • Welchen Einfluss hat diese Einstellung auf mein Leben?
  • Wie macht sich diese Einstellung in meinen Beziehungen bemerkbar?
  • Inwiefern schränkt mich diese Einstellung ein?
  • Was bleibt mir aufgrund dieser Einstellung oder dieses Vorurteils verwehrt?

Schritt 4: Frage dich, wie dein Leben wäre, wenn du die Einstellung loslassen würdest

Und schlussendlich können wir uns fragen, wie unser Leben wäre, wenn wir diese Einstellung einfach loslassen würden:

 

Beispiel: Networker verdienen nichts und wollen dir nur teure Produkte andrehen, die du nicht brauchst..

Frage: Wie wäre dein Leben, wenn die Einstellung, dass Network nichts für dich ist, keine Auswirkungen mehr auf dein Leben hätte? Wie wäre es, wenn du dieses Denken einfach loslassen würdest? Wie würdest du dich dann fühlen? Wie würdest du dann handeln? Was würde sich ändern?

Antwort: Ich glaube, das könnte viele Auswirkungen haben:

  • Ich würde mir selbst die Chance geben, auch zu ein bisschen Wohlstand zu kommen.
  • Ich könnte endlich meine Träume wahr machen und muss nicht jeden Euro zweimal umdrehen.
  • Ich könnte ein Vorbild und ein Beispiel dafür werden, dass man mit Network Gutes tun, vielen Menschen helfen kann UND selbst dabei Freude, Spaß und Erfolg hat.
  • Ich würde Angeboten vorurteilsfrei begegnen können und somit mehr Chancen erkennen und nutzen und könnte mir ein krisensicheres Einkommen aufbauen.
  • Mein Leben würde einfacher und leichter werden, weil ich mir nicht mehr so viel Sorgen um Geld machen würde.
  • Ich hätte viel mehr Möglichkeiten, mein Leben bewusst zu gestalten.
  • Ich glaube, wenn ich weitersuche, dann finde ich noch viel, viel mehr positive Auswirkungen.

Finde mit diesen Frage heraus, wie dein Leben ohne diese Einstellung (Vorurteile, Glaubenssätze) wäre:   

  • Was wäre anders, wenn ich diese Einstellung nicht hätte?
  • Welche Möglichkeiten würden sich mir bieten, wenn ich dieses Vorurteil ablegen könnte?
  • Inwiefern würde ich mich anders verhalten, wenn ich das nicht denken würde?
  • Was würde es in meinen Beziehungen/im Berufsleben/im Alltag verändern, wenn ich diese Einstellung nicht hätte?

Diese 4 Schritte helfen dir deine einschränkenden Vorurteile und Glaubenssätze zu überprüfen und zu ändern.
Du kannst sie in allen Bereichen deines Lebens anwenden, wenn du merkst, dass du Vorurteile gegen jemanden oder etwas hast:

  1. Prüfe die Allgemeingültigkeit der Aussage.
  2. Prüfe die Glaubwürdigkeit der Quellen.
  3. Prüfe, welchen Einfluss die Einstellung auf dein Leben hat.
  4. Frage dich, wie dein Leben wäre, wenn du die Einstellung loslassen würdest.

Wie sieht es nun bei dir aus? Welche Vorurteile hast Du?
Ich lade dich ein, diese 4 Schritte mal für dich auszuprobieren.

Ich wünsche dir viel Spass dabei und freue mich über Feedback.

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